U2 (LETZIGRUND STADION ZÜRICH, MONTAG 18.JULI 2005)

Kultband mit Tiefgang

Seit Wochen war das Konzert ausverkauft und eine ganze Stadt im U2-Fieber. Über 40'000 Fans konnten den einzigen Schweizer-Auftritt der „Vertigo Tour“ live miterleben. Einige suchten bis kurz vor Konzertbeginn vergeblich nach einem Ticket. Sie verpassten eine grossartige Show und beste musikalische Unterhaltung. Der Abend war aber auch von diversen nachdenklichen Momenten geprägt.


Ohne irgendwelches Vorgeplänkel legten die Iren mit der aktuellen Hitsingle „Vertigo“ los. Der Regen über Zürich hatte sich gerade rechtzeitig auf den Gig verzogen. Die Zuschauer im prallgefüllten Letzigrund machten gleich voll mit. Beim Song „Beautiful Day“ flog ein Flugzeug direkt über das Stadion, zum Glück jedoch mit grösserem Abstand als im Videoclip. Mit Einbruch der Nacht stahl die riesige Videowand dem malerischen Abendhimmel endgültig die Show. Bei den Klassikern „Pride (In The Name Of Love)“ und „Where The Streets Have No Name“ schien die Arena förmlich zu platzen.

Die Band um Frontmann Bono Vox spielte ein Repertoire, das bis in die Anfänge der Band zurückging. Kern des Konzerts war aber das aktuelle Album „How To Dismantle An Atomic Bomb“. Zwei Bühnenarme gingen direkt in die Zuschauer hinein, und bisweilen schienen die Musiker über die Menschenmasse hinwegzuschweben. Als Bono bei „All I Want Is You“ stellvertretend für alle Konzertbesucher ein Mädchen auf der Bühne an sich drückte, hatte ihn ein ganzes Stadion in sein Herz geschlossen. Dennoch verlief der Auftritt ohne die ganz grossen Kapriolen. Die Musiker konzentrierten sich in erster Linie auf ihre Instrumente und ihren Gesang. Das war auch gut so, und die Fans dankten es ihnen mit tosendem Applaus nach jedem Stück.

Es ist jedoch nicht alleine die Musik, welche U2 zu einer einzigartigen Band machen. Allen voran Leadsänger Bono Vox lässt es sich nicht nehmen, bei grossen Konferenzen der Welt Einfluss zu nehmen. Mittlerweile ist er zum Sprachrohr einer sensibilisierten Wohlstandsgesellschaft geworden, die globale Probleme wahrnimmt und gewillt ist, die Welt zu verändern. Es war deshalb nicht verwunderlich, dass er mehrfach auf Benachteiligte in dieser Welt aufmerksam machte. Ohne moralisch zu wirken, forderte er ein gemeinsames Nebeneinander von Kulturen und Religionen und eine Welt, in der Menschenrechte über dem Profitstreben stehen. Nach rund zwei Stunden, über 20 Songs und ein paar besinnlicheren Phasen ging die Zeitreise durch ein Vierteljahrhundert U2 zu Ende.
Marius


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