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THE QUIREBOYS IM GASWERK WINTERTHUR (18.11.2010)











„We are The Quireboys … and this is Rock’n’Roll!“
Was für ein Satz! Einer der Beliebtesten im Gaswerk Winterthur! The Quireboys sind hier oft und gern gesehene Gäste, so etwas wie die Hauskapelle. Auch dieses Jahr kamen die Engländer wieder in die Eulachstadt, gut gelaunt wie eh und je... Im Schlepptau, wie meist: Dan Baird mit seiner Band, ein sicherer Wert ohnegleichen. Einem Abend voller Leidenschaft stand nichts mehr im Weg.


Zuerst gehörte die Bühne Dan Baird und seinen Homemade Sin, alte Seckel, alle gegen 60 mittlerweile. Aber immer noch ordentliche Southern-Rock Rotzlöffel! Den Blues im Blut und die Gitarren unter Strom. Egal in welchem Augenblick man auf die Bühne empor schaute, man hatte nie das Gefühl, dass dieser Vierer aus Amerika auch dieses Jahr bereits wieder unzählige Shows in den Knochen hatte. Sie genossen es sichtlich einfach mal los zu spielen und dann zu gucken, was man denn nun daraus machen könnte. Gerade Warner Hodges blühte richtiggehend auf, als hätte er bis jetzt nur gerade 500 Konzerte lang poplige Akkorde spielen dürfen und könnte heute das erste mal zeigen was er wirklich drauf hat. Er wuchtete Soli runter und würgte die Riffs bis zum äussersten. Dahinter trümmerte Mauro Magellan seine Sticks auf die Drums. Dan Baird spielte bei diesem illustren Treiben amüsiert mit und sang sich die Seele frei. Das Ganze wurde mit einem Groove untersetzt, gezupft am Bass von Keith Christopher. „Two For Thusday“ oder auch Dan Bairds grösster Solo-Hit „I Love You Period“ schallten durch den Saal, die Crowd tanzte mit und gegenseitiges Ertappen beim Luftgitarre spielen war angesagt. Breitbeinig mitwippend, das Bier in der Hand haltend liess es sich das im Schnitt eher etwas in die Jahre gekommene Publikum gut gehen. Gute Musik muss weiss Gott nicht kompliziert sein, sie muss einzig mitreissen können und vorgetragen werden von ungezügelten Freaks, denen man das abnimmt was sie da gerade tun. Und bei diesem Quartett kamen diesbezüglich nie Zweifel auf, zu keiner Sekunde. Nur schade, dass dann nach rund 75 Minuten mit dem „Georgia Satellites„-Hit „Keep Your Hands To Yourself“ der Spass mit Dan Baird ein Ende hatte, Aber es ging ja noch weiter...

Dann waren die Engländer an der Reihe. Und auch sie legten von Beginn weg einen harten, zügigen Gang ein. Spike wirkte sowohl gut erholt als auch gut gelaunt und gab vom ersten Ton an alles. Den Kontakt mit dem Publikum pflegte er wie gewohnt exzessiv. Auch seinem Lieblingsspielzeug, dem Mikroständer, widmete er sich ausgiebig und liess das Ding keine Sekunde irgendwie ruhig stehen. Sind wir ehrlich, The Quireboys haben ihre glorreichen Tage weit hinter sich. Ganz zu Beginn ihrer Geschichte legten sie mit „A Bit Of What You Fancy“ ein super Album hin und spielten Anfang der 90's mal ganz kurz mit den grössten des Rock in der selben Liga. Aber den richtigen Durchbruch schafften sie leider nie. Aber nach 20 Jahren herumtingeln auf den dann doch nicht immer ganz grossen, oftmals auch sehr kleinen Bühnen, endlosem Touren und immer wieder neuen Platten - die man stets nur am Erstling mit seinen Hits mass - immer noch soviel Freude und Leidenschaft an den Tag zu legen, das ist einfach einzigartig, nur schon für den Zuschauer. Keine Ahnung, wie sehr Spike gelitten hat, als er die Songs voller Liebe, Schmerz und Hoffnung geschrieben hat. Aber wenn man ihm zusieht, er leidet immer noch wenn er sie singt, auch wenn es das 1500. mal ist. Und die Band? Sie wirken routiniert, schaffen es aber alle Songs so leben zu lassen, als hätte man sie erst letzte Woche frisch eingespielt. Spass, kein einstudiertes Programm. Sie bringen noch den nötigen Dreck ins Spiel, der vielleicht bei der Album-Produktion etwas verloren ging, verhindern aber gekonnt, dass sie nicht schludrig heruntergehaspelt werden. Im Gegenteil, das volle Brett wurde geboten. „Hey You“, „Whippin' Boy“ oder „7 o'Clock“ sind nur ein paar Stationen durch die lange abwechslungsreiche Setlist an diesem Abend. Klar, viel Abwechslung ist da von Konzert zu Konzert, sogar von Tour zu Tour jeweils nicht wirklich drin, aber wer will das bei den Quireboys schon? Niemand! „Mona Lisa Smile“, einer der neueren Songs, Spike singt und krächzt wie man es von ihm erwartet die Zeilen ins Mikro und schiebt alle seine Emotionen hinterher. Er will die Gunst und den Applaus des Publikums und er weiss, wie er sich das holen kann. Er bringt es und er bekommt s – 300:1 - und alle haben gewonnen. Und inmitten dieser Portion Rock'n'Roll rinnt unaufhaltsam die Zeit davon und irgendwann verabschiedet sich das Sextett von der Bühne...
Der lautstarke Beifall ist ihnen Gewiss und so kommen sie noch einmal für die Wahnsinns-Ballade „I Don't Love You Anymore“ und den Abschluss-Kracher „Sex Party“. Danach verschwindet die Band in den Backstage-Bereich, das Licht wird angemacht und es strahlt sich ein Saal voller gut gelaunter Menschen an...

Zu viele Bands versuchen sich heute in Melodien denen sie nicht gewachsen sind, schreiben Texten, die sie selber nie durchleben werden und betiteln sich mit Phrasen, zu denen sie nicht mal empor schauen vermögen. Das alles, weil sie denken, so Menschen zu berühren. Dabei sind es simple Geschichten und einfache Riffs die mitreissen, bleiben und so zu einem Soundtrack zum eigenen Leben werden. Dieser Abend hat es mal wieder gezeigt.

Hätte man erst beim herausgehen zahlen müssen, und zwar so viel, wie es einem den gerade Wert war, so hätte vermutlich mancher eine 50er-Note auf den Tresen gelegt mit vermutlich sogar etwas schlechtem Gewissen, weil es doch noch etwas mehr hätte sein können... Gekostet hat es aber nur 25.-, keinen Rappen mehr, dafür hat man heute sogar mehr als nur gute Musik gekriegt.
fuedlibuerger

Linktipps:
Quireboys Künstlerportal auf hitparade.ch
The Quireboys Offiziell
Dan Baird and Homemade Sin Offiziell
Gaswerk

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